Begabte Kinder

Die IGS Winsen-Roydorf entwickelt eine Konzeption zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen und Talenten, die Leistungsbreite nicht als „Dilemma“ versteht, sondern als immer schon gegebene Grundbedingung jeden Lernens, die besondere Chancen bietet. Heterogenität nicht zu „beseitigen“, sondern produktiv zu nutzen, gehört zu den Grundideen dieser Konzeption.

Uns kommt es nicht darauf an, für Kinder mit besonderen Begabungen und solche mit besonderen Förderbedarfen, für Mädchen und für Jungen, für schnellere und für langsamere Lerner, für solche aus Winsen und für Kinder aus einem anderen Land eine jeweils eigene Unterrichtskonzeption zu erfinden. Entscheidend ist für uns, die „Didaktik der Vielfalt“ konzeptionell so zu nutzen, dass auch Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen zu ihrem Recht kommen und optimal gefördert werden.

Einzelheiten finden Sie in unserem detaillierten Konzept
„Die Didaktik der Vielfalt nutzen – 10-Punkte-Programm zur Begabtenförderung“.

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Begabung entdecken: Pädagogische Diagnostik

Kinder mit besonderen fachlichen Interessen und einer entsprechenden Leistungsfähigkeit heißen bei uns „Flugzeuge“ – im herkömmlichen Sinn hochbegabte Kinder nennen wir „Raketen“.

Wir finden sie in aller Regel nicht über Intelligenztests. Seit langem wird gegen Intelligenztests eingewandt, dass sie nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Begabungsbereich messen, dass sie Motivation und Kreativität nicht erfassen, im Verhältnis zu Herausforderungen des Alltags nicht genügend komplex sind und keinen Einblick in angewandte Lösungsstrategien erlauben. Dennoch kann in begründeten Einzelfällen (z.B. bei psychosomatischen Beschwerden) der Einsatz von Intelligenztests richtig sein.

Vorrangig jedoch ist an unserer Schule die pädagogische Diagnostik mit Hilfe eines einmal im Schuljahr eingesetzten Scanning-Bogens. Dieser Bogen basiert auf prozessbezogenen Beobachtungen von Klassen- und Fachlehrer/innen, die gemeinsam einen großen Teil der Unterrichtsstunden in einer Klasse unterrichten.

Unseren Scanning-Bogen in der aktuellen Fassung finden Sie hier.

 

Und der Unterricht? Herausforderungen im Alltag

Die Förderung besonders begabter Kinder darf kein Randthema in der Schule sein, das seinen Ort in Zusatzkursen oder Arbeitsgemeinschaften hat  – es gehört in den Alltag. Wir sind sicher: Gerade leistungsstarke Kinder benötigen auch Phasen des strukturierten Lernens und Übens. Darum weisen unsere schuleigenen Arbeitspläne – die wir „Kompetenzkarten“ nennen – für jede einzelne Unterrichtseinheit Ziele auf herausforderndem Niveau aus. Diese Ziele muss nicht jedes Kind erreichen. Sie stellen aber sicher, dass jeder Unterricht auch von den „Flugzeugen und Raketen“ her gedacht wird.

Ein Beispiel für eine Kompetenzkarte finden Sie hier.
(Mathe 5: Darstellen und Erfassen von Daten)

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Das Mittel der Wahl: Das Drehtür-Modell

Im Rahmen des Drehtürmodells erhalten Schülerinnen und Schüler, die die Ziele einer Unterrichtssequenz bereits erreicht haben und dieses auch nachweisen können, das Angebot, ein reichhaltigeres Angebot wahrzunehmen. Dazu dürfen der reguläre Unterricht oder die Übungszeit phasenweise oder ganz verlassen werden. Der Schüler wählt dazu einen Mentor, mit dem Thema und Arbeitsweisen abgestimmt werden, führt während der Projektphase ein Lerntagebuch und liefert abschließend ein Ergebnis oder Produkt – z.B. eine Präsentation für seine Klasse oder die Schulöffentlichkeit.

Unsere Vereinbarung für das Drehtürmodell finden Sie hier.

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Das Beste geben – Schülerwettbewerbe

Schülerwettbewerbe sind eine tolle Möglichkeit, besondere Herausforderungen zu suchen und zu finden. Eine Reihe von Wettbewerben wird an unserer Schule regelmäßig durchgeführt, u.a.

  • Vorlesewettbewerb
  • Plattdeutscher Lesewettbewerb
  • Mathematik-Olympiade
  • Mathematik-Wettbewerb „Känguru“
  • Informatik-Biber

Darüber hinaus gibt es auch Wettbewerbe, an denen einzelne Schülerinnen und Schüler teilnehmen können und die wir gern unterstützen. Die folgenden drei Webseiten bieten einen guten Überblick:

  • Einen sehr guten thematischen Überblick bietet die Seite www.bundeswettbewerbe.de  (Klicke „Wettbewerbe“).
  • Nach Terminen aufgebaut ist die Seite www.bildungsserver.de (Klicke unten links „Wettbewerbe“.
  • Eine sehr umfassende Liste von Wettbewerben gibt es auf www.mk.niedersachsen.de (unter Schule – Schülerinnen und Schüler  -Ausschreibungen und Wettbewerbe).

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Wie die Großen lernen: Schülerakademien und Schülerunis

Für „Flugzeuge“ und „Raketen“ bieten mehrere Universitäten herausfordernde Kurse und Seminare an. Besonders hinweisen möchten wir auf folgende Angebote:

  • Für die Jahrgänge 7-10 bietet die Juniorakademie Bad Bederkesa ausgezeichnete Ferien-Workshops an – aktuell zum Beispiel zu Filmvertonung, Tanztheater, Windenergietechnik und Meeresbiologie. Gern empfehlen wir unsere Schüler/innen für einen solchen Workshop. Genauere Informationen gibt es unter www.ev-bildungszentrum.de (Download: Juniorakademie-Programm).
  • Die Deutsche Schülerakademie bietet in jedem Jahr sechs Ferienkurse an, die jeweils 16 Tage dauern. Zu den regelmäßig angebotenen Disziplinen gehören: Mathematik, Naturwissenschaften, Musik, Jura sowie Geschichte, Philosophie, Wirtschaft u.a. Zu den vielfältigen kursübergreifenden Angeboten zählen Sport, Musik, Theater, Exkursionen, Vorträge u.a.m. Auch hier ist eine Bewerbung mit der Empfehlung der Schule verbunden. Einzelheiten unter www.deutsche-schuelerakademie.de.
  • Für technische und naturwissenschaftliche Themen bietet die TU Hamburg-Harburg Kurse und Studienangebote z.B. zu Robotik. Es gibt Ferien-Computer-Tage, das Mint-Forum und das Projekt Kinderforscher. Die Webseite http://schule.tuhh.de weist auch auf den Zukunftstag und den „Tag der Offenen Tür“ hin und auf Wettbewerbe wie „Jugendforscht“, „Jugend baut“ und den „Daniel-Düsentrieb-Preis“.
  • Ab Klasse 9 wird die Gauß-Akademie der Universität Hannover für weiter führende Schulen interessant. Einzelheiten finden sich unter www.unikik.uni-hannover.de (unter „Projekte für Schüler/innen“). Hier gibt es Hinweise auf den „Club Appollo 13“, „Einsteins Enkeltöchter“, die „Gauß-AG“ oder das „Leipniz Junior Lab“.

 

Arbeitsgemeinschaften – speziell für „Flugzeuge und Raketen“

Wer unter „Ganztag“ die Wahlzettel für die Arbeitsgemeinschaften findet, stößt an der einen oder anderen Stelle auf das Flugzeug-Symbol. Diese AG sind speziell für Kinder mit besonderen Begabungen geeignet. Ihnen legen wir die Teilnahme ans Herz – und erinnern mit einer Einladung daran.  Diese weist zum Beispiel auf die Jahrbuch-AG hin, aber auch auf die Excel-AG oder die Fremdsprachenzertifikate DELF und DELE.

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